Anschluss eines ZIP-Motors (DOOYA DM45EAF/P) an Loxone und KNX
Technischer Leitfaden für Fachbetriebe
ZIP-Screen-Motoren wie der DM45EAF/P unterscheiden sich wesentlich von klassischen Rollladenmotoren. Sie werden dauerhaft mit 230 V versorgt und über potenzialfreie Kontakte (COM / UP / DOWN) gesteuert.
Das ist entscheidend für die korrekte Einbindung in Gebäudeautomationssysteme wie Loxone oder KNX.
1. Technisches Grundprinzip des Motors
Versorgung
• 230 V AC dauerhaft an L / N / PE
Steuerung
• Kontakt zwischen COM und UP → fährt hoch
• Kontakt zwischen COM und DOWN → fährt runter
• Beide offen → Stop
Wichtig:
Es handelt sich nicht um einen Motor, bei dem 230 V auf „Auf“ oder „Ab“ geschaltet werden.
2. Anschluss an Loxone
Idealer Weg (empfohlen)
Erforderlich
• Loxone Miniserver
• Relais Extension oder potenzialfreie Relaisausgänge
Verdrahtung
• Motor COM → auf COM beider Relais brücken
• Motor UP → NO Relais „AUF“
• Motor DOWN → NO Relais „AB“
Konfiguration in Loxone
• Baustein „Automatikbeschattung“
• Gegenseitige Verriegelung aktivieren
• Umschaltpause 300–500 ms
• Laufzeit korrekt einmessen
Warum das die beste Lösung ist
• Stabil
• Keine Funkabhängigkeit
• Keine Zusatzmodule
• Saubere Trennung von Netz und Steuerung
Alternative bei fehlenden potenzialfreien Ausgängen
Wenn nur 24-V-Ausgänge vorhanden sind:
• Externe Zwischenrelais mit potenzialfreien Kontakten verwenden
Direktes Anlegen von 24 V auf UP/DOWN ist nicht zulässig.
3. Anschluss an KNX
Idealer Weg (empfohlen)
Erforderlich
• KNX Jalousieaktor mit echten potenzialfreien Relaiskontakten
Viele KNX-Jalousieaktoren schalten 230 V – diese sind hier nicht geeignet.
Verdrahtung
• Motor COM → auf COM beider Aktorrelais brücken
• Motor UP → Relais „AUF“
• Motor DOWN → Relais „AB“
Parametrierung im KNX-Aktor
• Betriebsart: Jalousie
• Gegenseitige Verriegelung aktiv
• Umschaltpause 300–500 ms
• Laufzeit einlernen
Alternative Lösung
Falls nur 230-V-Jalousieaktoren vorhanden sind:
• KNX-Schaltaktor verwenden
• Dahinter 2 Hilfsrelais mit potenzialfreien Kontakten
So wird die Netzspannung vom Motor-Steuereingang entkoppelt.
4. Häufige Fehler (und warum sie kritisch sind)
❌ 230 V auf UP oder DOWN legen
→ zerstört die Motorsteuerung
❌ 24 V auf UP oder DOWN legen
→ ebenfalls nicht zulässig
❌ Zwei Motoren parallel auf eine Steuerleitung legen
→ Fehlfunktionen möglich
❌ UP und DOWN gleichzeitig schließen
→ Motor stoppt oder Steuerung wird beschädigt
5. Technische Empfehlung
Für Neubauten oder hochwertige Projekte:
• Immer potenzialfreie Relais verwenden
• Motor dauerhaft versorgen
• Steuerung nur über Kontaktlogik
• Endlagen vor Inbetriebnahme sauber einlernen
• Laufzeit exakt messen
So erhält man:
• störungsfreie Integration
• volle Kompatibilität mit Loxone und KNX
• langlebigen Betrieb
• normgerechte Installation
Fazit
Ein ZIP-Motor mit elektronischer Steuerung ist kein Standard-Rollladenmotor.
Wer ihn wie einen klassischen 230-V-Motor behandelt, riskiert Schäden.
Die fachgerechte Lösung lautet:
Dauerhafte 230-V-Versorgung + potenzialfreie Relaiskontakte für UP/DOWN.
Damit funktioniert der Anschluss sowohl an Loxone als auch an KNX stabil, sicher und professionell.
Dachlamellenmotor und motorisierte Seitenlamellen mit LK-MR523 an Loxone anschließen
Bei Dachlamellenmotoren sowie bei seitlichen horizontalen oder vertikalen motorbetriebenen Lamellen kann ebenfalls eine Einbindung in Loxone erfolgen. Wichtig ist jedoch, dass hier nicht der Motor direkt durch Loxone geschaltet wird.
Bei Ausführungen mit dem LK-MR523 Wi-Fi DC Receiver übernimmt der vorhandene Controller weiterhin die eigentliche Motorsteuerung. Der Controller wird mit 230 V AC versorgt und gibt motorseitig 24 V DC aus. Loxone darf daher nicht direkt an den 24-V-Motorausgang angeschlossen werden.
Die richtige Lösung ist die Ansteuerung über die vorhandenen Sensoreingänge des Controllers.
Grundprinzip beim LK-MR523
Der vorhandene Schalter bzw. Controller bleibt eingebaut und bleibt die zentrale Motorsteuerung.
Die Anschlüsse sind wie folgt zu unterscheiden:
230-V-Eingang:
L / N / PE für die Versorgung des Controllers
24-V-DC-Ausgang:
- / − zum Motor
Sensoreingang:
V / D / U / G
Dabei gilt:
- G = COM / gemeinsamer Kontakt
- U = UP / OPEN / Auf
- D = DOWN / CLOSE / Zu
- V = 12-V-Sensorversorgung und wird für Loxone nicht verwendet
Anschluss an Loxone
Für die Loxone-Ansteuerung werden zwei potentialfreie Relaiskontakte benötigt.
Relais 1 – Öffnen / Auf:
COM des Relais auf G
NO des Relais auf U
Relais 2 – Schließen / Zu:
COM des Relais auf G
NO des Relais auf D
Loxone schließt dann jeweils kurz den Kontakt:
- G + U kurz schließen = Lamellen öffnen
- G + D kurz schließen = Lamellen schließen
Empfohlen wird ein kurzer Impuls von ca. 0,5 bis 1 Sekunde.
Wichtig bei Loxone
Loxone darf an diesen Eingängen keine Spannung einspeisen.
Nicht zulässig:
- 230 V auf U oder D
- 24 V von Loxone auf U oder D
- Direkter Anschluss von Loxone-Digitalausgängen, wenn diese nicht potentialfrei sind
- U und D gleichzeitig schalten
Wenn keine potentialfreien Relaisausgänge vorhanden sind, müssen Koppelrelais / Zwischenrelais verwendet werden. Diese trennen die Loxone-Ausgänge sauber vom Sensoreingang des Controllers.
In der Loxone-Programmierung müssen AUF und ZU gegenseitig verriegelt werden. Es darf technisch ausgeschlossen sein, dass beide Kontakte gleichzeitig geschlossen werden.
Stop und Zwischenpositionen
Der LK-MR523 hat am Sensoreingang keinen separaten STOP-Anschluss. Die STOP-Funktion bleibt daher über den Original-Schalter, die Fernbedienung oder die App erhalten.
Für Loxone ist diese Lösung vor allem für vollständiges Öffnen und vollständiges Schließen geeignet. Zwischenpositionen sind nur dann sinnvoll, wenn die Laufzeiten sauber eingemessen und vor Ort getestet wurden. Bei Dachlamellen und Seitenlamellen sollte keine sicherheitsrelevante Funktion ausschließlich über geschätzte Laufzeiten umgesetzt werden.
Unterschied zum ZIP-Motor
Beim ZIP-Motor wird die Steuerung direkt über die Motoreingänge COM / UP / DOWN gelöst.
Beim Dachlamellenmotor oder bei motorisierten Seitenlamellen mit LK-MR523 wird dagegen nicht der Motor direkt angesteuert, sondern der vorhandene Controller über dessen Sensoreingänge.
Das Prinzip bleibt ähnlich:
Loxone schaltet nur potentialfreie Kontakte.
Der Unterschied ist der Anschlusspunkt:
- ZIP-Motor: direkt am Motor über COM / UP / DOWN
- LK-MR523: am Controller über G / U / D
Fachliche Empfehlung
Für eine saubere Gebäudeautomation sollte der vorhandene Controller nicht überbrückt werden. Die 230-V-Versorgung und der 24-V-Motorausgang bleiben unverändert.
Die fachgerechte Lösung lautet:
Controller dauerhaft versorgen, Motor am Controller belassen und Loxone nur über potentialfreie Kontakte auf G / U / D einbinden.
Arbeiten an 230 V dürfen ausschließlich durch eine Elektrofachkraft durchgeführt werden. Vor der Verdrahtung ist die Anlage spannungsfrei zu schalten und gegen Wiedereinschalten zu sichern.
Kurzer Hinweis für Elektriker
Beim LK-MR523 nicht den Motor direkt über Loxone schalten.
Loxone nur potentialfrei auf die Sensoreingänge legen:
- G = COM
- U = AUF / OPEN
- D = ZU / CLOSE
- V nicht verwenden
Relais 1: G–U kurz schließen
Relais 2: G–D kurz schließen
Impuls ca. 0,5–1 Sekunde.
Keine 24 V oder 230 V einspeisen.
AUF und ZU gegenseitig verriegeln.
Falls nur 24-V-Ausgänge vorhanden sind: Koppelrelais verwenden.
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